Differenzierte Schutzmaßnahmen erfordern eine Topographie
Die Art und Intensität der Beanspruchung eines Objektes ist sehr verschieden.
Die heute wesentlich stärker differenzierten Schutzmaßnahmen verlangen erhöhte Sorgfalt und umfangreiche Fachkenntnisse der die Ausführung, Überwachung, Planung und Beschaffung verantwortlicher Personen.
Differenzierte Schutzmaßnahmen sind unbequem, aber bei vielen Objekten unumgänglich, so besonders in der chemischen Industrie.
Differenzierte Schutzmaßnahmen können aus zwei Gründen erforderlich sein, durch:
- Unterschiedliche Korrosionsbeanspruchung in Abhängigkeit vom Standort;
- Unterschiedliche Korrosionsbeanspruchung am gleichen Objekt.
Die Art und Intensität der Beanspruchung eines Objektes, z.B. einer Rohrbrücke, sind je nach Standort sehr verschieden. Als Beispiel sei hier ein Hüttenwerk mit Kokerei aufgeführt. Hierbei wird die Kokerei das Gebiet mit der stärksten Korrosions-Belastung sein. Aber selbst die Kokerei hat wiederum verschiedene Belastungszonen. Der Bereich des Kokslöschturmes ist wesentlich stärker belastet als der Bereich der Wascher oder gar der Koksbatterie. Schließlich hat auch das Hüttenwerk verschiedene Belastungszonen. Der Bereich des Hochofens ist wesentlich stärker belastet als der des Walzwerkes. Im Walzwerk selbst sind die Walzwerkhallen in der Regel kaum belastet, während die Beizanlage stark belastet ist und hier wiederum die Beiz-Regeneration besonders stark.
Hieraus ergibt sich:
- frühere Erneuerung des Korrosionsschutzes bei Standorten bzw. Flächen mit hoher Korrosionsaggressivität durch die hierdurch bedingte kürzere Schutzdauer, wenn die gesamte Strecke bzw. Fläche mit einem einheitlichen Korrosionsschutz
versehen werden soll
oder
- hochwertigerer Korrosionsschutz bei Standorten mit hoher Korrosionsaggressivität, um einen gleich langen Korrosionsschutz der gesamten Strecke zu gewährleisten.
Ermittlung der BeanspruchungDie Ermittlung der Beanspruchung kann auf verschiedene Wege erfolgen, die vielfach parallel gemacht werden:
- Messung der Art der Konzentration der Korrosionsstimulatore in der Atmosphäre als Ablagerung
- Ermittlung der Korrosionsgeschwindigkeit
. Als Maß für die Korrosionsgeschwindigkeit werden häufig der Dickenverlust oder Gewichtsverlust je Zeiteinheit benutz, wobei die Aussage allerdings auf die Korrosionsgeschwindigkeit bei ebenmäßigen Angriff beschränkt bleibt. Beim Auftreten anderer Korrosionsarten kann unter ungünstigen Bedingungen ein wesentlich früheresUnbrauchbarwerden von Konstruktionsteilen eintreten, als nach der Korrosionsgeschwindigkeit bei ebenmäßigen Angriff zu erwarten gewesen wäre. Hierüber lassen sich jedoch keine allgemeinen Voraussagen treffen.
- Ermittlung der Schutzdauer von gleichen Prüfkörpern mit Überzügen oder Beschichtungen, die in verschiedenen Werksteilen exponiert werden.
- Auswertung der Objekterfahrungen. Der Belastungsgrad kann in fünf Stufen eingeteilt und bewertet werden:
1. sehr gering
2. gering
3. mittelmäßig
4. stark
5. sehr stark